Pro Reli – nein Danke!

20.4.2009 von maria

Die Beliner Bevölkerung ist aufgerufen, am kommenden Sonntag über einen Gesetzesentwurf zur Stellung des Religionsunterrichtes in der Schulausbildung abzustimmen. Bisher ist es so, dass alle Schüler gemeinsam einen Ethikunterricht besuchen, in dem die Grundwerte unserer Gesellschaft vermittelt werden sollen. Daneben wird freiwillig für alle Interessierten Religionsunterricht angeboten. Ein Zusammenschluss von Kirchen und christlich-konservativen Politikern, der sich Pro Reli nennt, stellt nun einen Gesetzesentwurf zur Abstimmung, laut dem die Schüler verpflichtet werden sollen, zwischen Religion und Ethik zu wählen. Es stehen sich zwei Fronten gegenüber. Der Berliner Senat will, dass die Regelung so bleibt, wie sie ist. Und Pro Reli möchte Religion als Wahlpflichtfach einführen.

Der Senat scheint anzunehmen, es sei in dieser heißen Debatte damit getan, ein paar Plakate aufzuhängen. Leider ist der Großteil der Bevölkerung aber unzureichend informiert, so dass er auf die groß angelegte und -freundlich gesagt- etwas missverständliche und manipulative Werbekampagne der Pro Reli Anhänger hereinfällt. Deren Wahlkampfspruch lautet: freie Wahl zwischen Ethik und Religion. Auf Plakaten heißt es „Wir glauben nicht, dass man auf Religionsunterricht verzichten kann“. Damit implizieren sie – wohl ganz bewusst-, der Senat wolle den Religionsunterricht abschaffen. Und schicken so die Bürger, die religiös sind, aber einen gemeinsamen Ethikunterricht in dieser multiethnischen Stadt befürworten auf eine falsche Fährte.

Foto: Alex4

Was ist falsch daran, allen Schülern, egal welchen religiösen und weltanschaulichen Hintergrunds, gemeinsame Werte zu vermitteln? Den Ansprüchen von Pro Reli genügen die vermittelten Werte nicht. Doch anstatt zu versuchen, ihre Ideen zum Inhalt des Ethikunterrichtes einzubringen, setzen sie auf Separation. Es hat den Anschein, als wollten die Kirchen unter dem Deckmantel der Wahlfreiheit versuchen, ihre Schäfchen ins trockene zu holen und der fortwährenden Missonarisierung Vorschub zu leisten. Und warum sollten nur die evangelische und katholische Kirche einen eigenen Wahlpflichtunterricht bekommen. Würde es dann nicht der Gleichheitsgrundsatz gebieten, alle großen Religionsgruppen gleich zu behandeln?  Wer seinem Kind Religionsunterricht zugute kommen lassen will, der kann es zum freiwillen Religionsunterricht oder auf eine konfessionelle Schule schicken.

Deswegen stimme ich am Sonntag mit „Nein“. Pro Reli – Nein Danke!

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